Hydraulikmedien

Grundsätzlich werden hydraulische Druckflüssigkeiten unterteilt in

  • Mineralölbasierende Druckflüssigkeiten
  • Schwer entflammbare Druckflüssigkeiten
  • Biologisch schnell abbaubare Druckflüssigkeiten

Die mineralölbasischen Hydraulikflüssigkeiten sind in der ISO 6743/4 als HL, HM, HV bezeichnet, in der DIN 51524 mit HL, HLP, HVLP. HL steht für Hydrauliköle aus Mineralölen mit Wirkstoffen, die den Korrosionsschutz und die Alterungsbeständigkeit verbessern. HLP-Öle verbessern den Korrosionsschutz, die Alterungsbeständigkeit und den Fressverschleiß im Mischreibungsbereich. HVLP verbessern zusätzlich das Viskositäts-Temperatur-Verhalten. Außerdem gibt es HLP-D Druckflüssigkeiten, die mit reinigenden (detergierenden) Zusätzen versehen sind.

Es gibt bestimmte Additive in Mineralölen, die bei höheren Temperaturendie Alterung von Elastomerdichtungen beschleunigen können. Die Folge ist eine Nachvulkanisierung, was zum Erhärten und zum Verlust von Elastizität führt.

Schwer entflammbare Druckflüssigkeiten sind in der VDMA 24317 klassifiziert. Es gibt sie als HFAE, HFAS, HFB, HFC und HFD Öle. HFAE sind Öl-in-Wasser-Emulsionen mit einem Wassergehalt größer 80 Prozent und einem Konzentrat auf Mineralölbasis oder auf Basis von löslichen Polyglykolen. Bei der Mineralöl basierenden Variante muss auf eine mögliche Entmischung bzw. auf Mikrobenwachstum geachtet werden. Die Flüssigkeit kann bei Temperaturen von +5 °C bis +60 °C verwendet werden. Bei HFAS mit synthetischen Konzentraten besteht die Gefahr der Entmischung nicht. Allerdings sollte hier auf die deutlich erhöhte Korrosionsanfälligkeit geachtet werden.

HFB sind Wasser-in-Mineralöl-Emulsionen mit einem Wassergehalt, der über 40 Prozent liegt. Auch diese Druckflüssigkeiten sind von +5 °C bis +60 °C einsetzbar, sind aber in Deutschland aufgrund mangelnder brandtechnischer Eigenschaften nicht zugelassen.

HFC sind so genannte Wasserglykole, gewissermaßen wässrige Monomer- bzw. Polymerlösungen (häufig Polyglykole). Ihr Wassergehalt liegt in der Regel zwischen 35 und 65 Prozent. Diese schwer entflammbaren Hydraulikflüssigkeiten sind einsetzbar bis 250 bar und Temperaturen zwischen -20 °C und +60 °C.

Bei Verwendung von HFC Flüssigkeiten muss geklärt werden, ob sich die eingesetzten Dichtungswerkstoffe eignen. Während Fluorkautschuk (FKM) nicht in jedem Fall passend ist, sind Dichtungen aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) unproblematisch.

HFD sind wasserfreie Flüssigkeiten, die im Temperaturbereich zwischen +20 °C und +150 °C eingesetzt werden können. Sie sind in ihrer Zusammensetzung sehr unterschiedlich, was zu folgender Unterscheidung führt: HFD-R, HFD-S, HFD-T, HFD-U. Diese Flüssigkeiten sind schwer entflammbar, können aber beim Ansaugverhalten von Pumpen Probleme verursachen und greifen viele Dichtungswerkstoffe an.

Biologisch schnell abbaubare Druckflüssigkeiten sind auf pflanzlicher Basis aufgebaut. Ihr Kürzel HE bedeutet Hydraulic Environmental und findet sich in den unterschiedlichen Bezeichnungen wieder: HETG (Basis Triglyceride / pflanzliche Öle), HEES (Basis synthetischer Ester), HEPG (Polyglykole), HEPR (andere Basisflüssigkeiten / hauptsächlich Poly-alpha-olefine).

Reines Wasser als Hydraulikmedium gibt es nur in sehr wenigen Anwendungen, weil seine physikalischen Eigenschaften nur schwer zu beherrschen sind.